GParted und Clonezilla haben seit Jahren in der Linux-Welt einen festen Platz als Tools zum Partionieren und Sichern von Datenbereichen. Die CD enthält ein Live-System, welches beide Systeme vereint.
Live-CDs für Linux gibt es mittlerweile zu Hauf. Auch Reparatur-Kits auf Linux-Basis mit unterschiedlichem Schwerpunkt vom Aufspüren etwaiger Viren bis hin zum Zugriff auf die Dateisysteme zwecks Datenrettung gehören mittlerweile zum guten Ton. Eher zum großflächigen Datensichern und dem Vorbereiten eines Rechners auf künftige Linux- oder Windows-Installationen dient das GParted-Clonezilla-Livesystem auf der CD.
Es vereint die beiden Tools GParted und Clonezilla auf einem gemeinsamen Datenträger, wobei GParted das bekannte Partitionierungswerkzeug darstellt und Sie mit Clonezilla ganze Festplattenpartitionen auf ein externes USB-Laufwerk oder über Netzwerk per SSH oder Samba sichern. Mit der CD erhalten Sie die neueste Version, die Ihnen das Einrichten einer Festplatte oder das Sichern von Daten kinderleicht macht.
Bootmenü Haben Sie im BIOS des Rechners die Bootreihenfolge so geändert, dass der Rechner von der Heft-CD bootet, startet automatisch der Bootmanager Grub und bietet eine ganze Reihe von Bootoptionen an. Die zwei Wichtigsten finden Sie unter den Einträgen GParted-liveCD und Clonezilla live. Außerdem erlaubt Grub das Booten vom MBR verschiedener installierter Platten sowie verschiedenen Partitionen.
Mit [E] editieren Sie die vorgegebenen Bootparameter; ein Druck auf [C] erlaubt den Zugriff auf Grub per Kommandozeile. Anwender, die sich in der Grub-Syntax nicht fit fühlen, kommen meist mit den Standardvorgaben der beiden genannten Booteinträge ohne Schwierigkeiten zum Ziel, solange der Computer die bescheidenen Mindestanforderungen eines mit 500 MHz getakteten Celeron und 64 MB Arbeitsspeicher erfüllt.
GParted Live-CD Nutzen Sie den oben genannten GParted-Eintrag, startet ein abgespecktes Gentoo-Linux mit dem schlanken Fenstermanager Fluxbox. Vorher sollten Sie jedoch auf die Fragen nach Tastaturlayout und Landessprache mit der Eingabe von 10 Antworten, um beides an deutsche Verhältnisse anzupassen. Das System lädt das eigentliche Programm GParted automatisch beim Start.
Clonezilla live Arbeiten Sie mit GParted, dann braucht es für den Einsatz von Clonezilla einen Reboot des Rechners. Wählen Sie im Grub-Menü diesmal den Clonezilla-Eintrag aus. Der Init sucht nach einem DHCP-Server. Die Maintainer schicken den Prozess jedoch nicht in den Hintergrund, so dass sich der Start verzögert, falls keiner im Netzwerk keiner arbeitet. Anschließend startet ein Debian mit dem von dort bekannten dialogbasierten grafischen Setup und fordert zur Auswahl einer Sprache auf. Zur Auswahl stehen Englisch und traditionelles Chinesisch. Weil die Felder zum Bestätigen oder Abbrechen auch in chinesischen Schriftzeichen gehalten sind, sollten Sie nicht raten, sondern mit einem beherzten [Enter] das voreingestellte Englische bestätigen. Im nächsten Schritt wählen Sie den Eintrag Select keymap from full list aus und suchen nach dem Tastaturlayout pc / qwertz / German / Standard / latin1 - no dead keys. Sie stehen nun vor der Wahl Clonezilla zu starten oder die Kommandozeile zu benutzen. Clonezilla bietet an, lokale Laufwerke einzubinden oder entfernte SSH-Server sowie Samba-Server zwecks Datensichern zu kontaktieren. Zielpfad des Mount-Vorganges ist in jedem Falle /home/partimag auf der Festplatte. Wählen die mit der Taste [Leertaste] vorerst den Eintrag local_dev zum Einbinden lokaler Laufwerke aus. Mit [Tab] springen Sie auf OK und bestätigen mit [Enter]. Wählen Sie nun die Partition aus, welche Sie nach /home/partimag mounten wollen. Hierhin schreibt die Software später die Imagedatei. Verwenden Sie daher nicht die zu sichernde Partition.
Noch einmal von vorn Möchten Sie ein Image wieder zurückspielen, geben Sie im ersten Schritt wieder die Partition an, die das Image enthält. Taucht diese nicht mehr in der Liste auf, ist sie bereits gemountet, und Sie überspringen diesen Schritt. Die Einträge für gesicherte Partitionen erscheint automatisch in der folgenden Liste. Mit [Leertaste] wählen Sie das richtge aus. Im letzten Schritt bestätigen Sie die Richtigkeit des Partitionsnamens. Das System warnt Sie noch einmal ausdrücklich, dass es alle Daten auf der entsprechenden Partition unwiderruflich überschreibt.
Möchten Sie eine Partition über das Netzwerk sichern, setzt das einen funktionstüchtigen DHCP-Server voraus. Eine Möglichkeit, dem Rechner eine feste IP-Adressen zuzuweisen sieht das Programm nicht vor. Wählen Sie im ersten Menü ssh_server aus. Geben Sie nun die IP-Adresse des Rechners an, auf den Sie das Sicherungsabbild schreiben möchten.
Die nächsten beiden Bildschirme fordern Sie dazu auf, den Benutzernamen auf dem entfernten Rechner zu bestimmen und den Pfad anzugeben, in den Partimage die Abbilddatei schreibt. Bestätigen Sie gegebenenfalls den Fingerabdruck des SSH-Server, und tippen Sie das Passwort des ausgewählten Benutzers ein. Von da an verhält sich das Programm wie beim Sichern auf einem lokalen Laufwerk.
Ganz ähnlich gehen Sie beim Datensichern über einen Samba-Server vor: Markieren Sie zu Beginn der Prozedur den Eintrag samba_server, geben die IP-Adresse des Zielrechners mit dem Samba-Server ein, und bestimmen Sie zu guter Letzt den Account, über welchen Sie arbeiten wollen sowie den Zielpfad. Fahren Sie nach der Eingabe des Passwortes wie gewohnt fort.
Fazit GParted und Clonezilla beweisen auf einer gemeinsamen Live-CD ihre Fähigkeiten, wenn es darum geht auf einem Computer zum einen die Festplatte mit neuen Partitionen zu bestücken und zum anderen gesicherte Imagedateien in diese Partitionen zurückzuspielen. Dies gelingt mit guten Kenntnissen zum Partitionieren und den eigenen Laufwerksbezeichnungen relativ einfach. Beide Tools auf einer Live-CD zu vereinen war eine äußerst sinnvolle Tat.
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